"Ich bin doch auch noch da"

Geschwister haben eine besondere Stellung in einer Familie mit einem schwerst erkrankten Kind.
Zum einen erfahren sie, dass die Eltern dem erkrankten Kind erheblich mehr Aufmerksamkeit und Zeit widmen. Zum anderen beschäftigen sie sich selbst mit sehr vielen Fragen, die im Zusammenhang mit der Erkrankung von Bruder oder Schwester stehen. Zum Beispiel: Darf ich froh sein, dass ich nicht unheilbar krank bin? Was ist, wenn mein Bruder oder meine Schwester stirbt? Haben mich meine Eltern noch genauso lieb?

Der Verein Kinderhospiz im Allgäu hat sich zum Ziel gesetzt, die Bedürfnisse der Geschwister wahrzunehmen, ihre Ressourcen zu stärken und in einer vertrauten Gemeinschaft Ihre "Seele baumeln lassen" zu können.

Wir arbeiten in direkter Linie mit dem Kind. Wir versuchen weder in die Rolle der "besseren Eltern" zu fallen, noch die Probleme der Kinder zu polarisieren. Auch sehen wir uns nicht als Freizeitanimateure der Geschwistergruppe. Wir geben den Kindern einen geschützten Raum sich mit "ihresgleichen" zu treffen.

Zur Gruppe der Geschwister des Kinderhospizvereins gehören zurzeit circa 60 Kinder im Alter von 4 bis 17 Jahren. Bisher konnten wir 22 Veranstaltungen im Zeitraum von 2004 bis heute anbieten.
In diesen Jahr haben wir erstmal zwei Gruppen nach dem Alter gebildet: die Magentas und die Indigos, um den Ansprüchen der jeweiligen Altersstufen gerecht zu werden.

Seit November 2007 haben wir eine Geschwisterwerkstatt in Bad Grönenbach neben dem Hohen Schloss. Diese Räume sind nur für uns - die Geschwistergruppen haben sie auch selber gestaltet.

Ein wichtiger Baustein unseres Arbeitens bildet der Montessori-Therapeutische Ansatz: "Hilf mir es selbst zu tun".
Wir bieten den Kindern in unterschiedlichen Projektangeboten die Möglichkeit ihre Gefühle in einem ganzheitlichen, künstlerischen und körperzentrierten Rahmen zum Ausdruck zu bringen. Teilbereiche des Spektrums von Tod, Trauer, Wut, Angst etc. finden verstärkt an den Wochenendseminaren ihren Raum, um in themenbezogenen Projekten diese "emotionalen Welten" einzeln oder in der Gruppe zu erforschen. Ein gleichbleibendes Betreuer-Team vermittelt den Kindern ein Gefühl von Kontinuität und Sicherheit. Das gibt ihnen die Möglichkeit ein persönliches Vertrauensverhältnis aufzubauen, was für das gemeinsame Arbeiten sehr wichtig ist. Das Reflektieren der aktuellen Befindlichkeit, der eigenen und die der Gruppe hat sich dabei sehr bewährt. Die achtsame und mitfühlende Haltung den Kindern und sich selbst gegenüber ist unabdingbar für eine authentische und wertvolle Arbeit mit den Geschwister. Diese Kinder haben ein höchst feines Sensorium entwickelt, um in ihrem normalen "Ausnahmealltag" zu bestehen und begegnen unseren Angeboten mit Offenheit und Engagement, um "ihre Auszeit" zu nützen und zu genießen.

Ansprechpartnerin:
Ulrike Roßner
Montessori-Therapeutin und Mutter von 3 Kindern
Frau Roßner steht den Geschwistern und den Eltern gerne für ein Gespräch zur Verfügung.
Telefon: 08334/989 11 16
Gerne können Sie auch per Email Kontakt aufnehmen: Mailkontakt
Mitglied werden Helfen, zu helfen




Passwort vergessen
Registrieren

Wir werden unterstützt von: